CORVUS
CORAX haben sich eines wahrhaft gewaltigen Projektes
angenommen – sie haben die Texte der Carmina Burana neu
vertont. Die berühmte Handschrift aus dem Mittelalter ist
vor allem durch die Bearbeitung von Carl Orff bekannt geworden,
aber die „Könige der Spielleute“ haben etwas
ganz Neues aus der Vorlage gemacht. Symphonisch und bombastisch
ist das Werk geworden – und perfekt. Die siebenköpfige
Band hat für die Aufnahmen keine Mühe gescheut: CORVUS
CORAX bauten zahlreiche Instrumente extra für
dieses Projekt, zum Einsatz kommt die größte Drehleier
der Welt. Mitgewirkt haben auch ein Chor, ein Orchester, ein
Vocalensemble, ein Dirigent sowie zahlreiche Gäste, darunter
Zeraphine-Sänger Sven Friedrich und Subway To Sally-Geigerin
Frau Schmidt. Am Ende wurde das Ergebnis noch einmal im 5.1-Surround-Sound
gemixt. Als Zuhörer hat man so das Gefühl, mitten
im Orchester zu sitzen, die Klangqualität ist berauschend.
Wie immer bei den Spielleuten ist alles handgemacht, elektronische
Instrumente sucht man hier vergebens.
CORVUS CORAX haben ihre Neuvertonung bewusst
breit gefächert und spannen den Bogen von der Spielmannsmusik
des 13. Jahrhunderts über die romantischen Tradition des
19. und 20. Jahrhunderts und bauen auch Elemente aus modernem
Rock und Pop ein.
Einige Stücke, wie das getragene Florent Omnes,
klingen ganz anders, als man es von CORVUS CORAX
gewohnt ist: Ruhiger und orchestraler. Bei anderen Songs wie
Dulcissima blitzt zwischendurch aber immer wieder der
typische Sound der Band durch, hier gibt es Uptempo-Dudelsackparts,
die sich mit orchestraleren Parts abwechseln. Eigentlich ist
es aber Frevel, einzelne Stücke hervorzuheben, denn der
Cantus Buranus - so der aus rechtlichen
Gründen abgeänderte Name des Werkes - genießt
man am besten als Gesamtkunstwerk. Es ist mehr als beeindruckend,
was CORVUS CORAX hier vorlegen.