2026-09-05 DE – Balve - Balver Höhle
 

Nergal+ Misþyrming - The 3rd & The Mortal - Secrets Of The Moon - Sleeping Pulse - Misþyrming - Sun Of The Sleepless - Dornenreich - Camerata Mediolanense - Aaron Stainthorpe+Mark Deeks+Jo Quail // Paragon Of Beauty (2 shows) - Hangover In Minsk - Maunah

• Prophetic Overture •

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• Freitag •

Das Bett… immer noch zu weich, die Nacht zu kurz. Das Aufstehen viel deutlich schwerer ;) Und es blieb viel weniger Zeit, denn um 13 Uhr stand die erste Band auf der Bühne.

:: Fotos :: STAINTHORPE, DEEKS & QUAIL ::

 

Und der zweite Tag startete spektakulär. Unter der Ägide von Mark Deeks (Arð, Winterfylleth) haben sich drei Ausnahme-Künstler zu einem Projekt zusammengefunden und feierten ihre Live-Premiere. Natürlich… beim PROPHECY FEST in der Höhle :)
Unter dem schlichten Banner :: STAINTHORPE, DEEKS & QUAIL :: präsentierte das Trio ein zum Teil frei improvisiertes Set aus den Werken aller drei beteiligten Musiker, nämlich My Dying Bride, Arð und Jo Quail, das unglaublich zu Herzen ging. Nicht nur bei den Fans, sondern auch bei den Akteuren auf der Bühne, besonders bei Aaron Stainthorpe, der, besonders bei den My Dying Bride Songs, die auf ihre Kernessenz reduziert waren und so irgendwie noch viel mächtiger und eindrücklicher wirkten, schon sehr emotional wurde.
Bei First Rain von Jo Quail (ihre beiden Songs kamen vom aktuellen Album Notan – hiermit wärmstens empfohlen!) rezitierte Aaron Stainthorpe ein Gedicht – auch das hatte seine ganz eigene Magie. Das war unglaublich intensiv.
Ich würde mir das Trio live sehr gerne noch einmal in einem kleinen intimen Rahmen anschauen wollen und hoffe, dass dieses Projekt irgendwann zu eigenen, gemeinsamen Kompositionen führt.

Band: Aaron Stainthorpe (vox), Mark Deeks (keys), Jo Quail (cello)
Setlist: Like A Perpetual Funeral (My Dying Bride cover), First Rain (Jo Quail song - Aaron recitated a poem by "Andreas" over this), Geonde Arð (Arð cover), Rex (Jo Quail song), Burden Foretold (Arð cover), I Almost Loved You (My Dying Bride cover), The Cry Of Mankind (My Dying Bride cover)

:: Fotos :: CAMERATA MEDIOLANENSE ::

 

Jubiläen, wo man hinschaut ;) Da machen auch :: CAMERATA MEDIOLANENSE :: keine Ausnahme. Die italienische „Gruppe von Kammermusikern aus Mediolanum“ feiert das 30-jährige ihres Zweitwerkes Campo Di Marte. Auch hier verzichtete man darauf, das Album komplett zu spielen. Es gab die Hälfte der Songs, ergänzt mit zwei neuen Stücken vom aktuellen Album Atalanta Fugiens (2024) und zwei älteren Stücken.
Hier wird traditionelle Renaissance- und Barockmusik mit Neoklassik, Wave and Post Punk kunstvoll vermischt, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Percussions gelegt wird, was die drei Schlagwerker eindrucksvoll beweisen. Im Kontrast dazu gibt es die drei wunderbaren Sopran-Stimmen von Carmen D'Onofrio, Chiara Rolando und Desiree Corapi. Boccaccio’s Il Decamerone kam mir in den Sinn… CAMERATA MEDIOLANENSE als musikalische Untermalung in einem italienischen Landhaus, wo sich eine illustre Gesellschaft Geschichten ausdenkt… Das ist vielleicht nicht jedermanns Sache – ich bin jedenfalls immer wieder begeistert und beeindruckt.

Band: Elena Previdi (keys), Trevor (percussions - Evor Ameisie), Manuel Aroldi (percussions), Marco Colombo (drums),
Sopranos: Carmen D'Onofrio, Chiara Rolando, Desiree Corapi
Setlist: Fuoco, Balcani In Fiamme, Guerriero, Rappresentazione, La Magnifica Aurora, La Verità Nascosta, Il Trionfo Di Bacco A Arianna, Corallus, Mercurius, Canzone Alla Vergine, Dolci Ire

:: MAUNAH :: die Zweite. Auf der kleinen Bühne tief im Inneren der Höhle zauberten MAUNAH ein zweites Mal und präsentierten die verbliebenen Songs ihres Debüt-Albums Hjarta. Natürlich mit der gleichen frenetischen Begeisterung der Fans. Da das Album insgesamt nur 6 Tracks beinhaltet und jeweils vier Tracks gespielt wurden, kamen Heimaland und der Titeltrack zweimal zum Zuge. Hach, wie ich den Titeltrack liebe. Ich kann gar nicht genug davon bekommen.

Band: Søren Sol Koldsen-Zederkof (vox), Mads Laursen (git), Janus Holst Aaen (git), Jakob Kiilerich (bass), Danny Woe (drums)
Setlist: Solin Vaugna, Theinajau, Heimaland, Hjarta

:: Fotos :: DORNENREICH ::

Auch :: DORNENREICH :: mussten ihren letzten Auftritt auf dem PROPHECY FEST krankheitsbedingt absagen und holen diesen nun als eine der seltenen Metalshows nach. So schön und intim die Akustik-Konzerte auch sind, DORNENREICH als Metalband, das ist irgendwie mehr. Mehr Energie, mehr Leidenschaft, mehr Intensität, mehr Emotionen. Und wenn man die Band auf der Bühne rocken sieht, dann scheint ihnen das auch gut zu gefallen, bzw. gut zu tun ;)

Band: Evíga (vox, git), Inve (violine), Gilván (drums), Eklatanz (git),
Setlist: Der wunde Trieb, Flammenmensch, Wer hat Angst vor Einsamkeit?, Wolfpuls, In allem Weben, Erst deine Träne löscht den Brand, Trauerbrandung

:: Fotos :: SUN OF THE SLEEPLESS ::

 

Tausendsassa Markus Stock und seine Projekte. Eigentlich ist er auf jedem PROPHECY FEST mindestens zweimal vertreten ;) 2026 ist es nach Empyrium :: SUN OF THE SLEEPLESS ::, das eher experimentelle, elektronisch angehauchte Black Metal Projekt.
Inzwischen ist es eher ruhig um das Projekt geworden. Das Debüt, To The Elements von 2017 hat schon Staub angesetzt und seitdem gab es nur zwei Splits und eine Compilation. Allerdings gab es mit Winterborn einen brandneuen Track, exklusiv auf dem Festival live vorgestellt, und der noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll. Vielleicht kommt da in absehbarer Zeit ja mehr ;)

Band: Ulf Theodor Schwadorf (vox, git), Valkenstijn (bass), Seb (drums)
Setlist: The Lure Of Nyght, Where In My Childhood Lived A Witch, Romanze zur Nacht, The Owl, In The Realm Of The Bark, Winterborn, Phoenix Rise

:: HANGOVER IN MINSK :: wurde gegründet, als sich Dymna Lotva nach dem Dark Easter Metal Meeting 2024 auf den Heimweg machten, noch betrunken bzw. total verkatert, und sich nicht auf eine passende Musik im Tourbus einigen konnten. Also haben drei der vier Mitglieder beschlossen (der Drummer schlief), diese passende Musik eben selbst zu machen. Das macht HANGOVER IN MINSK quasi zum Alter Ego von Dymna Lotva, ist aber keineswegs eine bierseelige Partyband, wie man vielleicht vermuten könnte. Weit gefehlt. Die Band zieht hier die feine Linie zwischen Depressive/Post-Black Metal und dem Post-Black/Doom Metal der Hauptband.
Auf der kleinen Bühne wurde das letztjährige Debütalbum, Party Is Over, beinahe komplett gespielt, dazu gab es die brandneue Single, Bones & Bonds. Also, die Party ist noch lange nicht vorbei ;)

Band: Nokt Aeon (vox), Jaŭhien (git), Mikita (git), Bocian (drums)
Setlist: Farewell, The Cow Was Stolen From The Bar (Again), Morning Mourning, Devil In Me Wants To Dance, Fuck You My Love (with Ingvarr of Schreigarm as guest vocalist), Bones & Bonds

:: Fotos :: MISÞYRMING ::

 

:: MISÞYRMING :: stehen an diesem Tag gleich zweimal auf der Bühne. Einmal für sich selbst, wo sie schonmal da sind, und später als „Backing Band“ für Behemoths Nergal.
Und jetzt es wurde wild. Also so richtig wild. Mit Vulkanasche und Blut beschmiert donnerten die Isländer mit einer Wahnsinnsgeschwindigkeit durch ihr Set, wobei sie das noch aktuelle Werk, Með hamri, völlig außen vorließen und sich nur auf das Debüt und das Zweitwerk konzentrierten. Aber auch hier gab es einen brandneuen Song mit der kryptischen Bezeichnung CB. Heißt, auch hier dürfen wir wohl in absehbarer Zeit mit neuem Material rechnen. MISÞYRMING waren echt der Knaller und ließen erahnen, was uns beim Headliner erwarten würde.

Band: D.G. (vox, git), T.Í. (git), G.E. (bass), M.S. (drums)
Setlist: Ég byggði dyr í eyðimörkinni, Orgia, Ísland steingelda krummaskuð, Söngur heiftar, CB, Alsæla, Algleymi

:: Fotos :: SLEEPING PULSE ::

 

Und noch eine welt-exklusive Live-Premiere. Mick Moss von Antimatter und Luís Fazendeiro von Painted Black präsentierten ihr Projekt :: SLEEPING PULSE :: zum allerersten Mal live, verstärkt mit den Musikern, die sonst mit Antimatter unterwegs sind. Bevor es aber richtig losging, gab es erstmal ein 1000-stimmiges Geburtstagsständchen für Schlagzeuger Fab. Herzlichen Glückwunsch! :)
SLEEPING PULSE
präsentierten ihr brandneues Album Dreams & Limitations, welches erst im Juni veröffentlicht wurde, eingebettet in Songs vom Debüt Under The Same Sky.
SLEEPING PULSE
ist ein bisschen ruppiger und gitarrenlastiger als Antimatter, und auch ein bisschen experimenteller. Natürlich war das einmal mehr das komplette Kontrastprogramm zur vorangegangenen Band und für den einen oder anderen sicherlich ein Wechselbad der musikalischen Gefühle. Klasse, oder?

Band: Mick Moss (vox), Luís Fazendeiro (git), Fab Regmann (drums)
Setlist: Parasite, Gagging Order, Noose, The Puppeteer, Dreams & Limitations, Rise, The Constraint, The Butterfly Collector, War

:: Fotos :: PARAGON OF BEAUTY ::

 

Das 25-jährige Jubiläum des dritten und letzten Albums der deutschen progressiv angehauchten Gothic/Doom Metaller, Comfort Me, Infinity, markierte damals und auch jetzt das Ende von :: PARAGON OF BEAUTY ::. Um dieses Jubiläum zu feiern, wurde die Band im Original-Line-Up für einige Shows wiederbelebt und erlebt hier in der Balver Höhle nun sein Grande Finale. Das Album wurde in zwei Sets aufgeteilt, welche PARAGON OF BEAUTY auf der kleinen Bühne präsentierten. Und ich muss sagen, es gibt noch immer sehr enthusiastische Fans dieser Band, die vor der Bühne für enorme Stimmung sorgten und damit die Band ebenso begeisterten.

Band: Monesol (vox), Andreas Schuler (git), Oliver Kron (git), Taisha (bass), Lord Sol (drums)
Setlist: This Impossible Moment, One Step Into Nothingness, How Futile It Seems to Sow, About Glum Naiades And Idle Gods, Comfort Me, Infinity

:: Fotos :: SECRETS OF THE MOON ::

 

Auf :: SECRETS OF THE MOON :: hatte ich mich besonders gefreut. Die Osnabrücker hatten sich zu meinem Bedauern 2022 aufgelöst und stehen nun für eine Handvoll Shows auf der Bühne, um das 20-Jährige Jubiläum von Antithesis zu zelebrieren.
Die heutige Show, gewohnt düster und lichtreduziert, war übrigens die allerletzte dieser Konzertreihe. Bei Lucifer Speaks gesellte sich Markus Stock zur Band auf die Bühne für ein paar guest vocals.
Nun werden SECRETS OF THE MOON wieder in der Ewigkeit anheimgegeben. Vielleicht bis zum nächsten Jubiläum.
Ich hätte mir liebend gerne noch einen SECRETS OF THE MOON Zipper gekauft und irgendwie hatte ich in Erinnerung, dass es einen solchen auch geben würde. War leider in Irrtum. Also nur ein T-Shirt… ;)

Band: sG (vox, git), Arioch (git), Thrawn Thelemnar (drums)
Setlist: Ordinance, Versus, Confessions, Metamorphoses, Ghost, Seraphim Is Dead, Lucifer Speaks, Exit

Anders als von mir erwartet, gab es beim zweiten Set von :: PARAGON OF BEAUTY :: keine Songs vom Jubiläumsalbum. Stattdessen konzentrierten sich die Saarländer mehrheitlich auf das Debütalbum The Spring.

Setlist: The Glory Of Moonlight, Oh Dear Beloved Marblequeen, Narrenjagd, A Cosmos For A Lovestarved Child, Wundenozean

:: Fotos :: THE 3RD AND THE MORTAL ::

Auch :: THE 3RD AND THE MORTAL :: ist eine Band, die eigentlich seit 20 Jahren aufgelöst zu sein schien. Aber auch hier will das 30-Jährige Jubiläum des Debüts Sorrow & Tears Laid In Earth gefeiert werden. Also hat man sich wieder zusammengetan, mir der originalen Sängerin Kari Rueslåtten, und spielt nun Shows auf ausgewählten Festivals oder in besonderen Locations.
Zum Debüt Sorrow & Tears Laid In Earth (zwei Songs wurden weggelassen) gab es drei der vier Songs von der ersten EP Sorrow aus demselben Jahr. Ich habe keine Ahnung, woran es gelegen hat, aber hier schlichen sich ca. 30 Minuten Verspätung ein und das Warten wurde echt lang. Aber gut, PROPHECY FEST Fans mussten auch schon länger warten, sehr viel länger. Aber, das Warten wurde belohnt mit einer absoluten Gänsehaut-Show und einer bezaubernden Kari.
Musikalisch ging es eher ruhig zu, melancholisch, kontemplativ, fragil und erhaben, ein perfektes Setting, um den Klangvorteil der Höhle maximal auszunutzen. Einziger, klitzekleiner Wermutstropfen war das reduzierte Licht. Natürlich war das alles sehr atmosphärisch und das wenige Licht wirkte stimmig, aber zum Fotografieren war das nix. Auch von hinten war nicht viel zu sehen. Und wann bekommt man schon THE 3RD AND THE MORTAL wieder live z.B. in einer Club-Show zu sehen? Vielleicht nie mehr, zumal die Zukunft der Band in den Sternen steht. Also rein theoretisch gäbe es ja noch drei Alben und Spielraum für Jubiläen… ;)

Band: Kari Rueslåtten (vox), Finn Olav Holthe (git), Geir Nilsen (git), Trond Engum (git), Bernt Rundberget (bass), Rune Hoemsnes (drums)
Setlist: Grevinnens bønn, Death Hymn, Autopoéma, Ring Of Fire, Salva Me, Silently I Surrender, Trial Of Past, Song, Shaman, Vandring, Why So Lonely, Oceana

:: Fotos :: NERGAL & MISÞYRMING ::

 

Wer jetzt schon schlief, vor sich hindämmerte, ans Schlafen dachte oder auch einfach nur müde war, der wurde nun erbarmungslos wieder auf die Füße gerissen.
In düsteres blaues Licht gehüllt und nun ohne Blut, machten :: NERGAL & MISÞYRMING :: da weiter, wo MISÞYRMING vor drei Stunden aufgehört hatten. Mit brutaler Härte und der gleichen halsbrecherischen Geschwindigkeit, nur das es jetzt das 1995er Debüt Sventevith von BEHEMOTH war, das hier live dargeboten wurde.
Das Album wurde komplett gespielt, inklusive der Instrumentale und auch in der gleichen Reihenfolge wie auf der Platte. Dazu gab es als Bonus Pure Evil And Hate von der nachfolgenden EP aus dem gleichen Jahr.
Nergal, der weder Gitarre noch Bass (wie auf dem Debüt) spielen musste und sich auch den Gesang teilte, nutzte die gesamte Bühne, um sich wie frisch aus der Hölle entlassenen ein Derwisch auszutoben. Was für ein Ritt. Meine Fresse!
Da ergibt es dann auch Sinn, dass Nergal statt der eigenen (inzwischen hochproduzierten) Band, die sich musikalisch ja um einiges von diesen Wurzeln entfernt hat, auf eine Band zurückzugreift, die genau diese Wurzeln dieser Tage verkörpert: Roh, brutal, absolut kompromißlos und schwärzer als schwarz. Ich glaube, Nergal hatte schon länger nicht mehr so viel Spass live auf der Bühne – er hat das sichtlich genossen ;)

Band: Nergal (vox), D.G. (vox, git), T.Í. (git), G.E. (bass), M.S. (drums)
Setlist: Chant Ov The Eastern Lands, The Touch Of Nya, From The Pagan Vastlands, Hidden In A Fog, Ancient, Entering The Faustian Soul, Forgotten Cult Of Aldaron, Wolves Guard My Coffin, Hell Dwells In Ice, Moonspell Rites, Transylvanian Forest, Pure Evil And Hate

Damit geht zu später Stunde wieder ein ganz wunderbares PROPHECY FEST zu ende und mit Wehmut mache ich mich auf den Weg ins Hotel. Es war schön, wieder dabei gewesen zu sein. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Jahr und bin sehr gespannt, mit wem sich FALKENBACH dann die Bühne teilen werden. E-L-R? THE VISION BLEAK? THIEF oder XASTHUR? Wären alle toll… ;)

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Story & Pics © Dajana & Dajana Winkel • Photography