Das Hotelbett war viel zu weich, so daß es mich zeitig raustrieb. Nach einem guten Frühstück ging es auf eine kleine Wanderung rund um den Ebberg, um sich den Kopf freizupusten. Buchstäblich, denn es war sehr stürmisch (es gab auch eine Windwarnung vom Festival für Zelt-Camp). Danach schonmal ein paar Fotos sortiert und die ersten Zeilen geschrieben, dann war es an der Zeit nach Balve zu fahren, wo, bei (zunächst) sonnigen Wetter, gutgelaunte Fans aus aller Welt in freudiger Erwartung die Höhle stürmten. Natürlich führte der erste Weg zum Merchandise, um sich Tickets für das nächste Jahr zu sichern. FALKENBACH als Headliner war in aller Munde, es wurde diskutiert und noch-nicht-Fans die Band wärmstens ans Herz gelegt. Ich muß gestehen, diesen Rummel hätte ich so nicht erwartet ;)
Natürlich wurden auch reichlich Textilien und Tonträger gekauft, schließlich sind die Sahnestücke schnell weg. Hätte ich auch tun sollen, verdammt. Ich wollte meine Faves in einem Rutsch am Samstag kaufen. Tja, schade Baby, da waren sie dann auch schon weg. Selbst schuld…
ABER: Inzwischen gibt es einen zeitlich begrenzten Link, um die aktuellen » Festival-Items « nachzuordern :)
:: Fotos :: FARSOT ::

Die deutschen Avantgarde-Black Metaller von :: FARSOT :: eröffneten das PROPHECY FEST 2026 in der Höhle auf der Hauptbühne und holten nun endlich ihre Jubiläumsshow zum 25-jährigen Bandbestehen nach, die 2024 leider krankheitsbedingt ausfallen mußte und bei welcher sie damals ihr frisch veröffentlichtes Album Life Promised Death vorstellen wollten. Nun denn, besser spät als nie ;)
FARSOT präsentierten heuer ein Set mit Songs aus allen vier Alben. Die Auswahl stelle ich mir nicht einfach vor, da es sich um Konzeptalben handelt. Die Tracks müssen live schließlich auch irgendwie zusammenpassen.
Eine exzellente Auftaktshow vor vollem Hause. Auch das ist eine der Besonderheiten beim PROPHECY FEST: die Fans stehen von Anfang an vor der Bühne und zollen jeder Band Aufmerksamkeit und Respekt.
Band: X.XIX (vox), I.XVI (git), III.XXIII (git), XX.VIII (bass), XIX.XVIII (drums)
Setlist: Nausea, Adamantine Chains, The Antagonist, Circular Stains, Stray Dogs, Thematik: Tod
:: Fotos :: DOLD VORDE ENS NAVN ::

Black Metal die Zweite. :: DOLD VORDE ENS NAVN :: ist quasi die Essenz des norwegischen Black Metals, denn deren Mitglieder haben in so ziemlich jeder Band gespielt, die den Black Metal einst in die Welt gebracht und grundlegend geprägt hat, mit all seinen (experimentellen) Facetten. Perfekt zusammengefaßt auf dem 2021 Debüt Mørkere. Ein Jahr später spielten sie auf dem PROPHECY FEST und nun sind sie zurück. Ein neues Album wurde offiziell noch nicht angekündigt (nur das man an einem arbeitet) aber DOLD VORDE ENS NAVN haben fünf brandneue Tracks gespielt. Ich schätze, so lange müssen wir wohl nicht mehr warten.
Im letzten Jahr hatten sich DOLD VORDE ENS NAVN wegen musikalischer Differenzen und Zeitmangel von Sänger Vicotnik getrennt und sich stattdessen Svik von Den Saakaldte hinter das Mikro geholt. Eine gute Wahl. Seine Präsenz ist anders - Svik ist vielleicht nicht so verrückt Vicotnik, aber auf der Bühne schon eine Naturgewalt ;) Großartige Show.
Band: Svik (vox), Haavard (git), Morten Aaveren (git), Cerberus (bass), Myrvoll (drums)
Setlist: Min Nærestes Bane, Jeg vil ha det mørkere, Sannheten, Ensomhetens rytter, 12'ern, Løgnens abstinenser, Mørke Krok, Klaustrofoni
:: Fotos :: SPIRITUAL FRONT ::

Der musikalische Stilwechsel danach hätte kaum krasser sein können. Nach harschem Black Metal nun (nihilistischer) Suicide Pop ;) Aber, der geneigte PROPHECY FEST Fan kennt das ja, ist schließlich auch eine der Besonderheiten des Festivals.
:: SPIRITUAL FRONT :: feierten 20 Jahre Armageddon Gigolo, das vierte Album der Italiener, welches ja oft als das wegweisende Album der Band bezeichnet wird. Komplett wurde das Album nicht gespielt, eigentlich nur die Hälfte, ergänzt mit Songs von Rotten Roma Casino und Amour Braque. Wie immer eine sehr beschwingte Show, die das Publikum tanzen ließ. Wie immer filmisch untermalt von Pasolini's Mama Roma. Eine schöne Show, ja, aber nicht wirklich speziell oder exklusiv oder besonders.
Band: Simone Salvatori (vox, git), Giorgio Maria Condemi (git), Andrea Freddy Nio (drums), Federico Amorosi (keys)
Setlist: The Shining Circle, Cruisin', Cold Love (In A Cold Coffin), I Walk The (Dead) Line, Jesus Died In Las Vegas, Darkroom Friendship, No Kisses On The Mouth, Slave, Bastard Angel, Children Of The Black Light
:: Fotos :: MAUNAH ::

Eine wahre Offenbarung war anschließend die allererste Liveshow von :: MAUNAH :: außerhalb von Dänemark. Die Band gehört zu den neuesten Signings von Prophecy Productions und wird am 18. September mit Hjarta ihr Debütalbum veröffentlichen. Die Album-Release-Show der Dänen war in zwei Sets aufgeteilt, eines am Freitag, das zweite am Samstag, jeweils auf der kleinen Bühne.
Zwei der Tracks wurden bereits als Videosingle veröffentlicht, wobei ich den Titeltrack absolut liebe. Die Band war sichtlich nervös vor der Show, testete allenthalben die Instrumente (gut, die Höhle ist kühl und feucht, da verstimmen sich Instrumente schnell) und hatte auch nicht allzuviel Platz auf der kleinen Bühne. MAUNAH spielen eine Mischung aus traditionellem Nordic Folk und melancholischen Doom Metal, durchsetzt mit massiven Riffen, bei denen Sänger Søren ordentlich ausrastete. Der erinnerte mich übrigens ein ums andere Mal an einen gewissen Ragnarr Loðbrók ;) Gelegentlich entlockte er einer recht große Obertonflöte (traditionelles Instrument im Nordic Folk) ein paar Töne.
MAUNAH wurden vom Publikum begeistert aufgenommen. Nein, sie wurden frenetisch gefeiert. Die Fans waren total aus dem Häuschen und die Band konnte es kaum glauben, was da vor der Bühne passierte. Es war einfach unglaublich! Was für eine Stimmung! Was für eine Show! Für mich definitiv DAS (unerwartete) Highlight des Festivals!
Band: Søren Sol Koldsen-Zederkof (vox), Mads Laursen (git), Janus Holst Aaen (git), Jakob Kiilerich (bass), Danny Woe (drums)
Setlist: Saivør, Heimaland, Vætna, Hjarta
:: Fotos :: DYMNA LOTVA ::

Beim für mich letzten PROPHECY FEST standen :: DYMNA LOTVA :: noch auf der kleinen Bühne und brachten den hinteren Teil der Höhle mit ihren zwei Sets beinahe zum Bersten.
2026 standen sie nun auf der Hauptbühne und präsentierten ihr neues Album Vyraj als Album Release-Show. Dieses Album wurde komplett dargeboten, in leicht veränderter Reihenfolge. So wurde The Boat Of Despair mit Aaron Stainthorpe als Gastsänger als Grande finale ans Ende gesetzt. Im Übrigen stand auch Ingvarr von Schreigarm für Return My Coffin Home als Gastsänger auf der Bühne.
Einmal mehr eine großartige, sehr intensive Show mit einer wilden Nokt Aeon, die dieses Mal einer der Vampirfrauen aus Bram Stokers Dracula ähnlich sah und die mit ihrem Gekreische, einer Sirene gleich, Nerven dem Zerreißen nah spannen konnte. DYMNA LOTVA sind eine der wenigen DSBM Bands, deren auf der Bühne verkörperte Schmerz, Leid und Pein authentisch ist, in vielerlei Hinsicht.
Band: Nokt Aeon (vox), Jaŭhien (git), Mikita (git), Bocian (drums)
Setlist: Zory, Veha, Viedźmieragina, Niama darohi, Ustań za mianie, Bu samoje, Return My Coffin Home, The Boat Of Despair
:: Fotos :: EMPYRIUM ::

Ich denke, zu Markus Stock oder :: EMPYRIUM :: muss man nichts mehr erzählen. Personae, Musik, Label, Festival… alles eng verbunden, das ist geschriebene Geschichte. In diesem Jahr stand das Debütalbum A Wintersunset… im Mittelpunkt der Show, welches sein 30-jähriges Jubiläum feiert. Wow! So lange ist das schon her? Wie die Zeit vergeht…
EMPYRIUM haben ebenfalls darauf verzichtet, das Album komplett runterzuspielen, haben stattdessen The Yearning und das Instrumental Ordain'd To Thee mit Songs vom Demo und dem Zweitwerk ersetzt.
Band: Markus Stock (vox, git), Hevnbrann (git), Oliver König (bass), Allen B. Konstanz (drums), Aline Deinert (violin)
Setlist: Moonromanticism, Under Dreamskies, The Franconian Woods In Winter's Silence, Mourners, Ode To Melancholy, Autumn Grey Views, A Gentle Grieving Farewell Kiss, My Nocturnal Queen
Ich glaube, ich habe :: NEUN WELTEN :: noch nie in der Metal-Version live gesehen. Wenn doch, dann ist es verdammt lange her. Bei dieser Show standen dann nur noch vier Mitglieder der Band auf der Bühne, der harte Kern, sozusagen ;)
Das ist musikalisch schon ein enormer Unterschied im Vergleich zu den akustischen Sets. Ja, NEUN WELTEN können auch heavy, verlieren aber trotzdem nicht ihre ursprüngliche Ausrichtung aus den Augen. Leider war das Set auf der kleinen Bühne recht kurz. Neben Lorn vom noch aktuellen Album The Sea I'm Diving gab es zwei Tracks die seinerzeit für einen Label-Sampler namens Scapes (Auerbach Tonträger) beigesteuert wurden.
Band: Meinolf Müller (vox, git), David Zaubitzer (git), Alexander Seidel (bass), Michael (drums)
Setlist: Lorn, Scapes 1, Scapes2 - Ancient Woods
:: Fotos :: ARTHUR BROWN ::

Ja! Jetzt heißt es sich tief zu verbeugen und den Hut vor Respekt zu ziehen! Der Mann ist einfach unglaublich und wird als Legende gefeiert, zu Recht! :: ARTHUR BROWN :: ist 84 Jahre alt und kein bisschen leiser, tourt immer noch durch die Welt und veröffentlicht Alben!
An diesem Tage feierte er die Veröffentlichung seines neuen Albums, Nature, was diese Show ebenfalls zur exklusiven Album-Release-Show macht.
Mr. Brown wandelte sich während der Show wie ein Chamäleon, ein Kostüm besser als der vorherige, bunt, fantasiereich, glitzernd, schrill. Er hopste und rockte über die Bühne wie ein Jungspund. Also ja, natürlich merkt man ihm das Alter an, es limitiert ihn, und das scheint er selbst am allerwenigsten zu mögen. Wen wunderts… Der Mann ist nicht zu bremsen. Musikalisch ist das ja eher Blues-Rock oder Psychedelic Rock und trotzdem schafft er es eine Höhle voller Black Metal Fans so ganz und gar in den Bann zu ziehen und zu begeistern. Und natürlich brachte uns der god of hellfire ganz zum Schluß noch einmal Feuer
Was für eine Show! Was für ein Künstler! ♥
Band: Arthur Brown (vox), Jim Mortimore, Sam Walker, Daniel Smith, Robin O'Keeffe
Setlist: XXX
:: Fotos :: TIAMAT ::

Nach der desaströsen Show beim letztjährigen PartySan hatte ich, um es milde zu sagen, Null Erwartung. Nur den leisen Wunsch, daß es nicht noch schlimmer kommen möge. Schlimmer wurde es nicht, viel besser aber auch nicht. Zuweilen zittrig, mit schwarz übermalten Lippen, einer Dornenkrone (?) und mit einem zerlegbaren Krückstock wild rumfuchtelnd, gab Johan Edlund einmal mehr ein sehr bizarres Bild ab und man wünschte sich ihn an einen sonnigen Strand, wo er seinen Lebensabend weitab von Festivalbühnen verbringen möge.
Alben wie Wildhoney und Clouds haben natürlich nichts von Magie eingebüßt, nur wird ihnen Edlund gesanglich nicht mehr gerecht. Da hilft auch keine versierte Liveband, zumal deren Mitglieder recht schnell wechseln.
Als Gastsänger für The Sleeping Beauty hatten :: TIAMAT :: dieses Mal den in Deutschland lebende Ami Matt Korr vom Studio Red Roof Loft Sound bei Soest dabei (der 2012 schonmal spoken words zu The Scarred People beigesteuert hatte). Neulich auf nem Festival war es Moonspell’s Fernando Ribeiro.
Mit Wildhoney in den Ohren kehrte ich der Höhle den Rücken, um fit für den zweiten Festivaltag zu sein.
Band: Johan Edlund (vox), Lars Sköld (drums), Simon Johansson (git), Tobias Cristiansson (bass), XXX (keys),
Setlist: In A Dream, Clouds, Smell Of Incense, The Sleeping Beauty, Divided, Wildhoney, Whatever That Hurts, The Ar, Visionaire, Do You Dream Of Me?, Church Of Tiamat (Skeleton Skeletron), Love In Chains, Vote For Love, Gaia
|