UMBRA NIHIL – Gnoia

 
Label: Firedoom
Release: 15.06.2005
Von: Psycho
Punkte: 9/10
Time: 01:00:07
Stil: Doom
URL: Umbra Nihil
 

Finnen scheinen echt merkwürdige Leute zu sein. Oder aber im hohen Norden wird wirklich zu jeder Tages- und Nachtzeit auf Teufel komm raus gekifft, was dann zu seltsamen Dauerhalluzinationen führt. Wie auch immer, das neueste Produkt aus dem Hause Firedoom ist an Merkwürdigkeit wieder einmal kaum zu überbieten. Enge Parallelen zu den ebenfalls extrem obskuren Aarni kommen da fast schon von selbst auf, nicht nur aufgrund der gemeinsamen Split-CD aus dem Jahre 2002 (die hier wohl kaum jemand kennen dürfte), sondern auch, weil Aarni-Mastermind MM bei UMBRA NIHIL ebenfalls an der Gitarre, diesmal aber insgesamt nicht federführend, tätig ist.
Allerdings muss ich sagen, dass im Vergleich der beiden diesjährigen Veröffentlichungen Gnoia deutlich besser abschneidet. Hier wird, trotz aller Abwechslung und stilfremder Ideen, einfach die Atmosphäre konstanter aufgebaut und gepflegt; zudem klingt die CD deutlich ernsthafter und weniger ironisch-sarkastisch bzw. über-experimentell. Vielmehr verbreiten UMBRA NIHIL ein ätherisch schwebendes und zugleich doch auch finster dräuendes Fluidum, welches gekonnt ein Gefühl der Bedrückung erzeugt, während tonnenschwere Lavamassen auf des Hörers Brust ihren Platz suchen.
Bereits der Opener Nocturnal Occurences walzt so in schwerster Doom-Manier alles nieder, im Titelstück versucht eine Querflöte, einen Funken Hoffnung zu verbreiten, wohingegen das akustische Intro zu Shields Down einfach nur wundertraurig ist, auch wenn es ein wenig an Tenhi erinnert. In Fear Of The Void wird das düstere Geschehen durch einige schüchterne Walzertakte aufgelockert, in Words Left Unspoken wird der Hörer hingegen unvermittelt mit echtem Midtempo konfrontiert. Allen Stücken gemein ist, dass die Riffs jedes Mal bis zum ultimativen Maximum ausgereizt werden und fast durchgehend gelungene Melodien und Hooks Verwendung finden. Der Gesang entpuppt sich als dumpfes Grollen, wodurch man zwar kein Wort versteht, aber dafür passt es perfekt zur Musik. Im fast 10 Minuten langen Outro Fade Out (das nenn ich Humor...) kommen dann auch noch 70er Prog Rock-Element zum Tragen, ohne dass Härte oder Ausstrahlung darunter leiden würden. Geht also doch, Respekt! Definitiv keine Party-taugliche CD, aber dafür ein tolles Stück individueller Musik für unangepasste Zeitgeister. 9 Punkte