Die vor
drei Jahren erschienene DVD Documents Of Doom kenne
ich leider nicht, aber natürlich erhebt sich trotzdem die
Frage, ob eine neue DVD nach so kurzer Zeit und gerade mal einer
neuen CD schon wieder Sinn macht, zumal das enthaltene Livekonzert
auf der ersten Disc just den ersten (?) Reunion-Gig in Stockholm
beinhaltet, also bis auf Witches auch kein neues Material
enthält.
Als ich mir das jedenfalls angeschaut habe, war ich schon ein
wenig überrascht. Ich hatte CANDLEMASS
Mitte bzw. Ende der 80er einige Mal live gesehen, und der hier
professionell mitgefilmte Auftritt unterscheidet sich praktisch
gar nicht von den damaligen Konzerten. Eine gekonnt und druckvoll
aufspielende Band, die aber die Interaktion mit dem Publikum
und praktisch die gesamte Show in die Hände ihres Frontmanns
Messiah Marcolin legt, der dann allerdings in dieser Hinsicht
auch souverän nichts anbrennen lässt und zusammen
mit den schwedischen Zuschauern ordentlich Stimmung macht (und,
nebenbei bemerkt, auch selber gut bei Stimme ist). Selbst die
Setlist könnte Bandleader Leif Edling noch in seinen alten
Unterlagen gefunden haben, denn bis auf das bereits erwähnte
neue Stück werden mit z.B. Ancient Dreams, The
Bells Of Acheron, Solitude, Mirror Mirror,
The Crystal Ball, Well Of Souls oder der Zugabe
At The Gallows End ausschließlich Klassiker geboten,
die die Band aber auch schon damals bei jedem Auftritt gespielt
hat (bzw. spielen musste). Da wäre etwas mehr Abwechslung
oder auch der eine oder andere Überraschungseffekt sicherlich
hilfreich gewesen, um die Neugier potentieller Kaufinteressenten
zu intensivieren, auch wenn Leif Edling im Interview auf der
zweiten Disc z.B. A Cry From The Crypt als ein solches
Stück betrachtet...
Auf Disc Numero 2 finden sich also ein ca. einstündiges
Interview mit Leif Edling, Mats Björkman und Messiah Marcolin;
Lars Johansson und Jan Lindh werden leider nicht befragt. Es
werden alle Zeiträume der Bandgeschichte durchleuchtet
und man erfährt auch einige interessante bzw. lustige Details,
so fand Leif Edling die (vom damaligen Drummer Mats Ekström
„erfundene“ und durchaus bandprägende) Bezeichnung
Epicus Doomicus Metallicus für
die erste CANDLEMASS-Platte zunächst total
scheiße, während Messiah angibt, musikalisch und
gesanglich (!) extrem von Peter Criss (Kiss) beeinflusst worden
zu sein. Die Gespräche selber (Messiah Marcolin wird im
Gegensatz zu seinen beiden Kollegen einzeln befragt) ist in
Schwedischer Sprache gehalten, jedoch sind deutsche oder englische
Untertitel verfügbar.
Des weiteren finden sich noch 4 Live-Ausschnitte mit teilweise
mehreren Songs (Uppsala ´87, Fagersta '89, Uddevalla '92,
Albstadt '03) und der Mitschnitt eines TV-Auftritts im Schwedischen
Fernsehen mit Voll-Playback. Dieses ganze Päckchen dauert
insgesamt auch noch einmal ca. eine Stunde; es handelt sich
dabei um eine nette Sache, allerdings sollten an die Ton- und
Bildqualität keine gesteigerten Ansprüche gestellt
werden. Die Bildergalerie hätte man sich allerdings schenken
können, da die Fotos nicht einzeln abrufbar sind und die
Diashow nach weniger als einer Minute auch schon wieder vorbei
ist.
Für alte und neue Fans der Band ist The Curse
Of Candlemass sicherlich ein Pflichtkauf. Für
alle anderen könnte zumindest die erste Disc mit dem Live-Konzert
interessant sein; reinschauen dürfte sich also durchaus
lohnen.