CANDLEMASS – The Curse Of Candlemass Live DVD

 
Label: Escapi
Release: 04.10.2005
Von: Psycho
Punkte: 7/10
Time: 3.5h
Stil: Doom Metal
URL: Candlemass
 

Die vor drei Jahren erschienene DVD Documents Of Doom kenne ich leider nicht, aber natürlich erhebt sich trotzdem die Frage, ob eine neue DVD nach so kurzer Zeit und gerade mal einer neuen CD schon wieder Sinn macht, zumal das enthaltene Livekonzert auf der ersten Disc just den ersten (?) Reunion-Gig in Stockholm beinhaltet, also bis auf Witches auch kein neues Material enthält.
Als ich mir das jedenfalls angeschaut habe, war ich schon ein wenig überrascht. Ich hatte CANDLEMASS Mitte bzw. Ende der 80er einige Mal live gesehen, und der hier professionell mitgefilmte Auftritt unterscheidet sich praktisch gar nicht von den damaligen Konzerten. Eine gekonnt und druckvoll aufspielende Band, die aber die Interaktion mit dem Publikum und praktisch die gesamte Show in die Hände ihres Frontmanns Messiah Marcolin legt, der dann allerdings in dieser Hinsicht auch souverän nichts anbrennen lässt und zusammen mit den schwedischen Zuschauern ordentlich Stimmung macht (und, nebenbei bemerkt, auch selber gut bei Stimme ist). Selbst die Setlist könnte Bandleader Leif Edling noch in seinen alten Unterlagen gefunden haben, denn bis auf das bereits erwähnte neue Stück werden mit z.B. Ancient Dreams, The Bells Of Acheron, Solitude, Mirror Mirror, The Crystal Ball, Well Of Souls oder der Zugabe At The Gallows End ausschließlich Klassiker geboten, die die Band aber auch schon damals bei jedem Auftritt gespielt hat (bzw. spielen musste). Da wäre etwas mehr Abwechslung oder auch der eine oder andere Überraschungseffekt sicherlich hilfreich gewesen, um die Neugier potentieller Kaufinteressenten zu intensivieren, auch wenn Leif Edling im Interview auf der zweiten Disc z.B. A Cry From The Crypt als ein solches Stück betrachtet...
Auf Disc Numero 2 finden sich also ein ca. einstündiges Interview mit Leif Edling, Mats Björkman und Messiah Marcolin; Lars Johansson und Jan Lindh werden leider nicht befragt. Es werden alle Zeiträume der Bandgeschichte durchleuchtet und man erfährt auch einige interessante bzw. lustige Details, so fand Leif Edling die (vom damaligen Drummer Mats Ekström „erfundene“ und durchaus bandprägende) Bezeichnung Epicus Doomicus Metallicus für die erste CANDLEMASS-Platte zunächst total scheiße, während Messiah angibt, musikalisch und gesanglich (!) extrem von Peter Criss (Kiss) beeinflusst worden zu sein. Die Gespräche selber (Messiah Marcolin wird im Gegensatz zu seinen beiden Kollegen einzeln befragt) ist in Schwedischer Sprache gehalten, jedoch sind deutsche oder englische Untertitel verfügbar.
Des weiteren finden sich noch 4 Live-Ausschnitte mit teilweise mehreren Songs (Uppsala ´87, Fagersta '89, Uddevalla '92, Albstadt '03) und der Mitschnitt eines TV-Auftritts im Schwedischen Fernsehen mit Voll-Playback. Dieses ganze Päckchen dauert insgesamt auch noch einmal ca. eine Stunde; es handelt sich dabei um eine nette Sache, allerdings sollten an die Ton- und Bildqualität keine gesteigerten Ansprüche gestellt werden. Die Bildergalerie hätte man sich allerdings schenken können, da die Fotos nicht einzeln abrufbar sind und die Diashow nach weniger als einer Minute auch schon wieder vorbei ist.
Für alte und neue Fans der Band ist The Curse Of Candlemass sicherlich ein Pflichtkauf. Für alle anderen könnte zumindest die erste Disc mit dem Live-Konzert interessant sein; reinschauen dürfte sich also durchaus lohnen.