:WUMPSCUT: – Evoke

 
Label: Beton Kopf Media
Release: 04.04.2005
Von: Psycho
Punkte: 4/10
Time: 52:14
Stil: Electro
URL: :Wumpscut:
 

Nach Wreath Of Barbs und Bone Peeler folgt nun mit Evoke schon das dritte Album in Folge, welches die :WUMPSCUT: Fans weltweit eher spalten, als wieder auf breiter Front mit Mastermind Rudi R. versöhnen wird. Das die alten, glorreichen Zeiten endgültig vorbei sind, war ja schon länger klar, und das die neue musikalische Ausrichtung beibehalten wird, eigentlich auch.
Schade nur, dass Evoke an sich einfach zu wenig Substanz besitzt, um diesem Kurs auch genügend Gewicht zu verleihen. Das Album wirkt leider über weite Strecken lust-, stil- und konzeptlos. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass dem weiblichen Gesang mehr Raum gegeben wurde, insgesamt aber deutlich weniger Vocals zu finden sind. Die eingesetzten Melodien sind häufig banal, und bei den Rhythmen fehlt mir zu oft der richtige Biss oder das nötige Quentchen Raffinesse (und Härte). Manchmal erinnern mich die Sounds und Stilmittel (z.B. im Titelstück) an alte SF-Filme der 70er; da konnte man auch immer sehr merkwürdige Kompositionen mit obskuren sphärischen Klängen und transzendenten Tönen bewundern, die die mögliche Entwicklung der Musik in der Zukunft die erwartete Vergeistigung der menschlichen Gesellschaft darstellen sollten. Nur entbehrten diese Utopien (wie so viele andere auch) jeglicher realen Grundlage; so wie auch in diesem Fall, wenn man Evoke mit der derzeitigen Electro-Spitze vergleicht...
Auch sonst findet sich auf diesem :WUMPSCUT: Output zu viel schwaches Material: der Opener Maiden Maiden ist unglaublich langweilig und plätschert belanglos vor sich; lediglich der gute weibliche Gesang sticht hier hervor. Das nächste Stück Churist Churist wirkt wie eine unerfreuliche Anbiederung an den Future Pop, gepaart mit dem noch peinlicheren Versuch, doch ebenfalls so exotisch wie Hocico, Punto Omega oder andere mexikanische Bands klingen zu wollen. Erst das dritte Stück Don’t Go stimmt mich etwas positiver, muss sich beim Vergleich mit alten Glanztaten aber immer noch ziemlich weit hinten anstellen.
So dümpelt dann auch der Rest der CD vor sich, unterbrochen von nur wenigen nennenswerten Ausnahmen (Rush, Tomb) oder politisch Zweifelhaftem (die Text-Samples in Breathe). Insgesamt betrachtet eine erschreckend schwache Leistung, die auch durch die gute Produktion nicht mehr gerettet werden kann. Mehr als 4 Punkte sind da einfach nicht drin.