Nach Wreath
Of Barbs und Bone Peeler
folgt nun mit Evoke schon das dritte
Album in Folge, welches die :WUMPSCUT: Fans
weltweit eher spalten, als wieder auf breiter Front mit Mastermind
Rudi R. versöhnen wird. Das die alten, glorreichen Zeiten
endgültig vorbei sind, war ja schon länger klar, und
das die neue musikalische Ausrichtung beibehalten wird, eigentlich
auch.
Schade nur, dass Evoke an sich einfach
zu wenig Substanz besitzt, um diesem Kurs auch genügend
Gewicht zu verleihen. Das Album wirkt leider über weite
Strecken lust-, stil- und konzeptlos. Daran ändert auch
die Tatsache nichts, dass dem weiblichen Gesang mehr Raum gegeben
wurde, insgesamt aber deutlich weniger Vocals zu finden sind.
Die eingesetzten Melodien sind häufig banal, und bei den
Rhythmen fehlt mir zu oft der richtige Biss oder das nötige
Quentchen Raffinesse (und Härte). Manchmal erinnern mich
die Sounds und Stilmittel (z.B. im Titelstück) an alte
SF-Filme der 70er; da konnte man auch immer sehr merkwürdige
Kompositionen mit obskuren sphärischen Klängen und
transzendenten Tönen bewundern, die die mögliche Entwicklung
der Musik in der Zukunft die erwartete Vergeistigung der menschlichen
Gesellschaft darstellen sollten. Nur entbehrten diese Utopien
(wie so viele andere auch) jeglicher realen Grundlage; so wie
auch in diesem Fall, wenn man Evoke
mit der derzeitigen Electro-Spitze vergleicht...
Auch sonst findet sich auf diesem :WUMPSCUT:
Output zu viel schwaches Material: der Opener Maiden Maiden
ist unglaublich langweilig und plätschert belanglos vor
sich; lediglich der gute weibliche Gesang sticht hier hervor.
Das nächste Stück Churist Churist wirkt wie
eine unerfreuliche Anbiederung an den Future Pop, gepaart mit
dem noch peinlicheren Versuch, doch ebenfalls so exotisch wie
Hocico, Punto Omega oder andere mexikanische Bands klingen zu
wollen. Erst das dritte Stück Don’t Go stimmt
mich etwas positiver, muss sich beim Vergleich mit alten Glanztaten
aber immer noch ziemlich weit hinten anstellen.
So dümpelt dann auch der Rest der CD vor sich, unterbrochen
von nur wenigen nennenswerten Ausnahmen (Rush, Tomb)
oder politisch Zweifelhaftem (die Text-Samples in Breathe).
Insgesamt betrachtet eine erschreckend schwache Leistung, die
auch durch die gute Produktion nicht mehr gerettet werden kann.
Mehr als 4 Punkte sind da einfach nicht drin.