URSKUMUG – Am Nodr

 
Label: Ledo Takas Records
Release: 30.04.2006
Von: Seb
Punkte: 7.5/10
Time: 41:40
Stil: Black Metal
URL: Urskumug
 
Was man doch immer wieder für schöne Bezeichnungen für Unter-Genres des Metal geboten bekommt ;) URSKUMUG, die erste lettische Extrem-Metal-Band, die mir bisher untergekommen ist, (ok, es gibt welche, die finden Skyforger auch extrem *g*) nennen ihren Stil Tribal Black Metal und sind meines Wissens auch was das angeht, die Ersten.
Musikalisch mag die Beschreibung wohl angehen, da durchaus, wenn auch nicht in bestimmendem Maße, Ethno-Klänge in Form von Trommeln, Maultrommeln, kurze lettische(?) Sprechpassagen und so weiter eingebaut wurden, und das auch auf eine Art, die sich meist erfrischend von der Durchschnittskost abhebt. Mir wäre diese Bezeichnung dennoch nicht eingefallen, denn ein völlig neues Konzept ist das ja nun nicht und zum anderen kommt in dieser Hinsicht insgesamt auch zu wenig, als dass es stilprägend wäre. Was URSKUMUG mit Am Nodr abgeliefert haben ist eher als „ganz normaler“, relativ schneller Black Metal mit melodischem Einschlag anzusehen. Dabei wirken die ganz schnellen, von einem ziemlich gut gemachten Drumcomputer angetriebenen Highspeed-Passagen nicht extrem innovativ, sind aber immer mindestens solide Kost. Mir gefallen die Letten immer dann am besten, wenn sie ein bisschen Tempo rausnehmen und ungewöhnlichere Elemente in die Musik einbinden. Beispielsweise wird Track fünf Talking As A Shaman's Son von einer irgendwie hektischen, kleinen Keyboardmelodie vorangebracht, die zunächst völlig verwirrend oder sogar unpassend wirkt, dem Stück aber eine sehr individuelle Note und eine Menge Drive verpasst. Mein Favorit auf Am Nodr ist allerdings der Titeltrack, der mit düsteren, teils doomigen Elementen aufwartet und diese finster-geheimnisvolle Stimmung noch durch entsprechende Samples und ein klagendes Keyboard intensiviert. Der Mittelteil des Stückes hingegen wird dann wirklich richtig „tribal“, man fühlt sich einen Moment lang unwillkürlich in die Roots von Sepultura versetzt ;)
Am Nodr ist ein wirklich gelungenes, meist abwechslungsreiches Album geworden. Wenn man sich aber die Band als „tribal“ versteht und verkauft, könnte man diese Seite von mir aus noch deutlicher herausarbeiten. 7,5/10 ist mir das so aber alle Male wert!