SYNNOVE – The Whore And The Bride

 
Label: Soundmass
Release: 21.04.2008
Von: Joking
Punkte: 7/10
Time: 49:27
Stil: Black Death Doom Metal
URL: Synnove
 
SYNNOVE lassen eindeutig mehr die Hure raushängen, als die Braut. Und solch eine der keifenden Art, die dir Kopfschmerzen bereitet, weil du nie so viel bezahlen kannst wie sie verlangt. Ironischerweise ist die australische Band ziemlich vehement im Namen des Herrn unterwegs und möchte sich gerne in seiner Gnade sonnen; textlich ist man explizit auf der Gegenfahrbahn zum tiefdunklen Highway, den die Musik mit Macht entlang fährt. Bereits das erste Stück Funeral For Innocence pendelt zwischen den Polen aggressiver Rauswurf und bequemes Reinsetzen, und hakt sich letztlich in den Gehörgängen fest. Der verschleppte Tempoteppich von Rhythms Of The Apocalypse zieht dich hypnotisch in den Bann, bis der Sänger dir giftig ins Gesicht spuckt. Doch die getragene Stimmung bleibt bei allen Attacken und Schockmomenten noch spürbar. Das kennzeichnet auch die späteren Stücke: auf ein fettes Doom-Fundament werden wilde Attacken gestreut, die sich aus dem Fundus des Black- und Death-Metals bedienen. Vokalistisch wird das große Drama zelebriert; von sonoren, dunklen, getragenen Gesängen, Bassistin Stephanies seltenen, leider ziemlich blässlichen Einsätzen, über das bereits erwähnte aggressive Kreischen und düsteres Grollen, bis hin zu kurzen Entsetzensschreien wird ein Theater der Grausamkeit offenbart, das nach viel Raum verlangt. Die instrumentale Begleitung erscheint zwar auf den ersten Hördurchgang einigermaßen brutal, lässt aber melancholische und zudem wiedererkennenswerte Melodien nicht außen vor; besonders schönes Beispiel ist das Titellied, das sogar mit einem kurzen, knackigen Drum-Solo aufwartet und als elegisches Gitarrenmanifest endet.
Bisweilen wird man von der Wucht des Vielfachen geradezu erschlagen und wünscht sich, besonders beim Gesanglichen, eine größere Ökonomie, denn in der vermehrten Doppelung der Stimmen geht mancher Effekt und vor allem Einfall verloren. Wie auch immer, SYNNOVE sind eine Band mit Potenzial; ihr Problem ist es nicht, dass sie wenige Ideen strecken müssen, um auf die Lauflänge eines Albums zu kommen, sondern eher das Gegenteil: sie wollen zu viel auf einmal. Das macht The Whore And The Bride zu einer interessanten Herausforderung, der man sich auch stellen kann, wenn man die Heilsarmee-Texte eher zum Schmunzeln oder Verzweifeln findet.