PERVERSITY – In Garment Of Lust
Label: Perennial Quest
Release: Januar 2003
Von: MrPotato
Punkte: 6,5
 

PERVERSITY kommen aus der Slowakei und spielen Death Metal. Allein dieser Satz müsste ausreichen, um zu erahnen, wie die Musik der fünf osteuropäischen Sickos klingt. PERVERSITY zocken den für die östlichen Regionen Europas mittlerweile schon fast als typisch zu bezeichnenden technischen, breaklastigen Extrem-Death. Auch die Slowaken sind dabei hörbar amerikanisch beeinflusst und klingen in etwa wie eine Mischung aus alten Cannibal Corpse und Frickelstoff a la Cryptopsy.
Die Jungs tragen ihre musikalischen Perversionen technisch versiert und zumeist mit rasendem Tempo vor, bauen aber immer wieder langsame Grooveparts ein, die für Abwechslung sorgen. Sänger Martin fügt dem brutalen Gedärmebrei mit seinen tiefen Grunts noch einen Schuss vokale Abartigkeit hinzu.
Das klingt jetzt alles nicht sonderlich originell. Ist es auch nicht, In The Garment Of Lust macht aber dennoch Spaß, da PERVERSITY einiges auf dem Kasten haben und es auch vom Songwriting her nicht viel zu meckern gibt. Sicherlich, ein wenig mehr Eigenständigkeit wäre durchaus zu begrüßen, Songs wie der Titeltrack oder das höllisch groovende Carnivorous Visions sind aber schön brutale Tritte in die empfindlichsten Körperteile.
Leider ist die Produktion, gelinde gesagt, nicht wirklich gut, was vielleicht mit einem niedrigen Aufnahmebudget zu entschuldigen ist. Dennoch kann man nicht wegdiskutieren, dass der Drumsound schlicht und einfach scheiße ist. Die Snare klingt, als würde man auf einem hohlen Blechfass herumtrommeln, was insbesondere bei den schnellen Parts extrem nervt. Außerdem wandert der Text von Decomposition mit seiner „Wir haben zwar nichts gegen Ausländer, die meisten sind aber dennoch kriminell“ - Aussage auf dem schmalen Grat zwischen hirnlosen Stammtischparolen und Rassismus. Wenn PERVERSITY in Zukunft mit einem besseren Sound aufwarten und sich lyrische Dummheiten verkneifen, sind mit Sicherheit mehr Punkte drin. So bleiben unterm Strich „nur“ 6,5 Punkte. Fans von technischem Brutal Death Metal sollten auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren. Aber bitte nicht bei mir beklagen, wenn der Lauscher nach dem Genuss der Scheibe feinsäuberlich abgetrennt auf dem Boden liegt!

Perversity