Der
umfangreiche Name des Albums lässt bereits vermuten, dass
PARASOPHISMA einen eigenwilligen Humor besitzen. Nicht
ganz so lang wie Fiona Apples When The Pawn Hits The Conflict...
Wortmonster, schlägt sich A Variable Invariability
Varied In Dependency On Variations Caused By The Invariability
Of Invariability Remains The Same After All The Variations Have
Been Done beim Kampf um einen Platz auf dem Treppchen
für lange Ergüsse recht wacker. Zudem sind die Songtitel
abgefahrener, als bei Miss Apple. So heißt der Opener
The Contrariety Of Someone’s Generally Recognized "Common
Thoughts" und beginnt im wütenden Death Metal
Gewand, schwenkt um in eine abstrakte Elektro-Operette, die
über ein niedliches Intermezzo zum progressivlastigen Mitgeh-Rocksong
führt. Alles untermalt von vielen tiefen Growls, wenigen
cleanen Vocals, aggressivem Gebrüll und einer verzerrten
Comic-Stimme. Klingt wie Mars Volta auf Speed, ohne Latino Einfluss,
ist abgedreht und sperrig genug, um den unvorbereiteten Hörer
mit offenem Mund zurückzulassen. Ähnlich konzipiert
präsentieren sich auch die restlichen Titel. Da trifft
eine arglose Folk-Flöte auf harten, zickigen Metal, der
mitunter seine Nähe zum Jazz locker raushängen lässt.
Es gibt nachvollziehbare, nach vorne dreschende Melodien zuhauf,
ultrakurze Ausflüge in den Space-Rock, die schon mal fast
freejazzige Ausbrüche nach sich ziehen. Doch irgendwie
fügt sich alles zusammen, wirkt nie so zerfahren und abgedreht,
dass man der Band und ihrer Musik nicht mehr folgen kann. Der
Spaß an Irritationen sprüht einem förmlich über
die ganze Lauflänge entgegen, zum Ende hin wird es konzeptionell
mitunter etwas schlichter, was dem Wiedererkennungswert der
einzelnen Songs gut tut. Ab und an übernimmt eine –
blasse – Frauenstimme das Ruder, bevor die übermächtigen
Growls die Kontrolle wieder an sich reißen. Und das ist
ein Problem: während musikalisch ein Feuerwerk gezündet
wird, die Band kreuz und quer durch die Zeiten, Stile und Tempi
springt, zwängt der übermäßige Gebrauch
tiefster Grunts das Album in ein viel zu enges Death-Metal Korsett.
Wenn genauso flexibel, spielerisch und spannend mit dem Gesang
umgegangen worden wäre, wie mit den instrumentalen Parts,
hätte das Album in höchste Wertungsregionen emporsteigen
können. Nichtsdestotrotz ein abwechslungsreiches Stück
Musik, das zur Entdeckungsreise einlädt.
Dass dieser kleine
Knaller nicht ohne ist, zeigt sich auch daran, dass das Album
bereits 2000 aufgenommen wurde und erst rund 7 Jahre später
seinen Weg in die Öffentlichkeit fand. Vielleicht ist
jetzt ja die Zeit reif für die Prise Wahnsinn, die A
Variable Invariability Varied In Dependency On Variations
Caused By The Invariability Of Invariability Remains The Same
After All The Variations Have Been Done auf liebenswerte
Weise unters Volk bringt.
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