MONDVOLLAND – D’Olde Roop

 
Label: Apollon/Painkiller Records
Release: 01.06.2010
Von: Stormlord
Punkte: 7/10
Time: 51:19
Stil: Folk/Black Metal
URL: Mondvolland
 
Metal mit folkloristischen Einflüssen verkommt manchmal zur bloßen Spaßmusik, ein bisschen Odin preisen hier, ein bisschen Hörnerschwingen da – bei MONDVOLLAND gibt es zwar auch tanzbare Melodien, die Herangehensweise ist aber ernsthaft und von Herzen kommend.

Der Black Metal Anteil kommt hierbei nicht zu kurz, was für die nötige Portion Aggression in der Musik sorgt. Auf dem schwarzmetallischen Fundament baut die Band zarte Melodiebögen auf, die etwa im Stück De Vuurman Van Papendal von Fiedel und Flöte beigesteuert werden. Auch die Gitarre hat ihren Platz im vielschichtigen und abwechslungsreichen Reigen, hält sich aber eher im Hintergrund.
Black Metal behält auch weiterhin die Oberhand, manchmal geht es - wie bei De Roep Der Gevallen Helden - in charmanter Weise etwas rumpelnd zur Sache, was den herzlichen und gänzlich unkitschigen Kompositionen sehr gut zu Gesicht steht. Die Melodien sind sicherlich beschwingt und heroisch, doch nicht aufgesetzt und nur mäßig pathetisch, zudem finden MONDVOLLAND auch immer wieder Zeit für ruhigere Momente, wie die Akustikgitarrenintermezzi bei ’T Oudreemsterveld trefflich beweisen. Was dann letztendlich zur Glückseligkeit des Folk-Metal-Freundes fehlt, sind erhabene Refrains oder packende und gänsehautbeschwörende Melodien. Keine Frage, MONDVOLLAND sind authentisch und stolz auf die von ihnen inbrünstig präsentierte Musik, doch bei mir lösen sie nur Wohlgefallen und selten Euphorie aus. Auf dem besten Weg befinden sich die Musiker beim spannenden Stück Daar, Waar Donar Dondert, das durch abrupte Takt- und Stimmungswechsel punkten kann. Die positive Stimmung beim von der Geige dominierten De Witte Juffer Van Kernheim schlägt ebenso auf der Habenseite zu Buche.

Auf D’Olde Roop finden sich zuhauf feinsinnige Folkmelodien und heroische Gesänge, doch vollends packen mich die Liedstrukturen zu selten, obwohl die kraftvolle und vielschichtige Präsentation sehr unterhaltsam klingt. Dieses Album wird in seiner Wirkung jene Folk-Liebhaber ansprechen, die eine bodenständige und ernsthafte Herangehensweise dem schunkeligen Humppa-Sound vorziehen.