Der Black Metal
Anteil kommt hierbei nicht zu kurz, was für die nötige
Portion Aggression in der Musik sorgt. Auf dem schwarzmetallischen
Fundament baut die Band zarte Melodiebögen auf, die etwa
im Stück De Vuurman Van Papendal von Fiedel und
Flöte beigesteuert werden. Auch die Gitarre hat ihren
Platz im vielschichtigen und abwechslungsreichen Reigen, hält
sich aber eher im Hintergrund.
Black Metal behält auch weiterhin die Oberhand, manchmal
geht es - wie bei De Roep Der Gevallen Helden - in
charmanter Weise etwas rumpelnd zur Sache, was den herzlichen
und gänzlich unkitschigen Kompositionen sehr gut zu Gesicht
steht. Die Melodien sind sicherlich beschwingt und heroisch,
doch nicht aufgesetzt und nur mäßig pathetisch,
zudem finden MONDVOLLAND auch immer wieder Zeit für
ruhigere Momente, wie die Akustikgitarrenintermezzi bei ’T
Oudreemsterveld trefflich beweisen. Was dann letztendlich
zur Glückseligkeit des Folk-Metal-Freundes fehlt, sind
erhabene Refrains oder packende und gänsehautbeschwörende
Melodien. Keine Frage, MONDVOLLAND sind authentisch
und stolz auf die von ihnen inbrünstig präsentierte
Musik, doch bei mir lösen sie nur Wohlgefallen und selten
Euphorie aus. Auf dem besten Weg befinden sich die Musiker
beim spannenden Stück Daar, Waar Donar Dondert,
das durch abrupte Takt- und Stimmungswechsel punkten kann.
Die positive Stimmung beim von der Geige dominierten De
Witte Juffer Van Kernheim schlägt ebenso auf der
Habenseite zu Buche.
Auf D’Olde
Roop finden sich zuhauf feinsinnige Folkmelodien und
heroische Gesänge, doch vollends packen mich die Liedstrukturen
zu selten, obwohl die kraftvolle und vielschichtige Präsentation
sehr unterhaltsam klingt. Dieses Album wird in seiner Wirkung
jene Folk-Liebhaber ansprechen, die eine bodenständige
und ernsthafte Herangehensweise dem schunkeligen Humppa-Sound
vorziehen.