IRON
MAIDEN ist eine Band der Superlative, was immer sie auch
anpacken, es wird zu Gold. Sie sind eine der größten,
beständigsten, kommerziell erfolgreichsten, stilprägendsten
und beeinflussendsten Metalbands der Welt. Seit über 35
Jahren... nahezu ungebrochen.
Auch auf ihrem 15. Album The Final Frontier werden
alle Rekorde gebrochen. Zumindest was die weltweiten Albumcharts
angeht. In über 20 Ländern ist die Langrille auf Platz
1 gerauscht. IRON MAIDEN sind wie ein Droge, die man
unbedingt haben muss ;)
Teilen kann ich diese überschwengliche Euphorie jedoch
nicht. The Final Frontier ist ein gutes Album,
aber ganz sicher kein sensationeller Überflieger.
Die Songs auf The Final Frontier sind vor allem
episch lang und die Überlängen bergen so manche Gefahren
der Langatmigkeit. Keiner der 10 Tracks bleibt auf Anhieb im
Ohr stecken oder ist zwingend genug für eine Hymne. Vielmehr
braucht es mehrere Durchläufe, bis man überhaupt einigermaßen
Zugang zum Album findet. Auf The Final Frontier
versuchen sich IRON MAIDEN an einer neuen, progressiveren
Ausrichtung, dezent und ohne auf Anhieb zu vertrackt zu wirken.
Aber es fehlt der Band noch an der richtigen Balance und Ausgewogenheit
zwischen Heaviness, Power und komplexen Strukturen. Isle
Of Avalon und Starblind stehen ein wenig heraus,
El Dorado hat tolle Basslinien, während The Alchemist
endlich mal ein bisschen flotter rüberkommt. Der Titeltrack
ist ziemlich lahm, hat allerdings einen eingängigen Refrain
zu bieten, der sich zumindest live prima machen wird.
Über die Produktion eines IRON MAIDEN Albums läßt
sich immer vorzüglich streiten, jene von The Final
Frontier ist besser ausgefallen als manch anderes davor,
toll find ich sie trotzdem nicht, andersherum ist diese Art
von verwaschenem Sound aber auch so was wie ein Markenzeichen
von IRON MAIDEN, an dem man sich gewöhnt hat.