STEVE
HACKETT, der berühmte Gitarrist der legendären
Genesis, kehrt mit einem Paukenschlag zurück! Nach seinen
letzten beiden Veröffentlichungen, dem rockenden To
Watch The Storms und dem orchestralen Konzeptalbum
Metamorpheus, kommt jetzt ein Album
welches man guten Gewissens als einen Hybriden, der seine beiden
Arbeitsfelder vereinigt und den Zuhörer mit 13 stilistisch
komplett unterschiedlichen Songs versorgt. Wenn man sich die
CD das erste Mal anhört, klingt das noch wie eine zusammengewürfelte
Sammlung von Singles unterschiedlicher Epochen, doch wenn man
ein wenig mehr zum Kern des Albums vorstößt, entfaltet
es sich komplett und zeigt seine wahre Schönheit darin,
auf eine ganz besondere Weise durch und durch konsistent zu
sein. Das Underworld Orchestra, welches HACKETT
bereits für Metamorpheus im Jahre
2005 engagiert hatte, zeigt einmal mehr, wie sehr klassische
Instrumente die Mannigfaltigkeit des Rock unterstützen
und bereichern können. Es sieht so aus, als hätte
STEVE HACKETT endlich das optimale künstlerische
Umfeld gefunden, um seine rock-basierten Ideen in die Realität
umzusetzen, da er einmal mehr mit Roger King, Robin Townsend,
seinem Bruder John und anderen, die ebenfalls schon auf dem
2003er Output To Watch The Storms
zu vernehmen waren, zusammengearbeitet hat. Es ist genau diese
Kombination hochqualifizierter Musiker und Steve's Ambitionen,
sich weiterzuentwickeln und niemals wieder und wieder gleich
geartete Alben zu veröffentlichen, welche Wild
Orchids zu einem sehr eigenständigen Album
voller musikalischer Juwelen und Kleinode macht. die nicht allzu
leicht zu finden sind, solange man sich das Werk nicht immer
wieder anhört. Das hält das Album interessant und
sorgt dafür, dass die CD nicht so schnell als Staubfänger
im Regal endet. Da jeder Song in ganz besonderer Art und Weise
ein kleines Meisterwerk ist, wäre es vielleicht ein wenig
unpassend, einige Favoriten besonders hervorzuheben. Trotzdem
möchte ich an dieser Stelle besonders Down Street
anführen, einen siebenminütigen Song, der die Hörerschaft
auf eine sehr visuelle Reise durch die verlassenen U-Bahn Stationen
Londons mitnimmt und meineserachtens die musikalische Klasse
von STEVE HACKETT und seinen befreundeten Musikern
sehr gut wiedergibt. Der Song fängt mit einer unheimlichen,
rezitativen Erzählung an, leitet dann über zu einem
Film Noir-artigen Soundtrack Part und endet mit einem wunderschönen
Klavier-Outro. Traumhaft! Einige Leute sagen zu sowas “Kopfkino”,
ich ziehe es vor, es einfach “genial” zu nennen.
Andere Songs, die definitiv erwähnenswert sind, sind das
schlicht und ergreifend traumhafte To A Close, der
kraftvolle und modern anmutende A Dark Night In Toytown
sowie das Bob Dylan Cover Man In The Long Black Coat,
welches natürlich um Längen besser und auch emotionaler
klingt als jede Version, die Dylan selbst jemals auf Vinyl gebannt
hat. Also, worauf wartet ihr noch? Kauft das Album jetzt und
versichert Euch, auf jeden Fall ein Exemplar der limitierten
Auflage zu bekommen, die 17 statt der 13 Songs der Standardausgabe
enthält. Wild Orchids ist einfach
fantastisch!