STEVE HACKETT – Wild Orchids

 
Label: InsideOut
Release: 08.09.2006
Von: Reverend
Punkte: 10/10
Time: 57:19
Stil: Progressive Rock
URL: Steve Hackett
 
STEVE HACKETT, der berühmte Gitarrist der legendären Genesis, kehrt mit einem Paukenschlag zurück! Nach seinen letzten beiden Veröffentlichungen, dem rockenden To Watch The Storms und dem orchestralen Konzeptalbum Metamorpheus, kommt jetzt ein Album welches man guten Gewissens als einen Hybriden, der seine beiden Arbeitsfelder vereinigt und den Zuhörer mit 13 stilistisch komplett unterschiedlichen Songs versorgt. Wenn man sich die CD das erste Mal anhört, klingt das noch wie eine zusammengewürfelte Sammlung von Singles unterschiedlicher Epochen, doch wenn man ein wenig mehr zum Kern des Albums vorstößt, entfaltet es sich komplett und zeigt seine wahre Schönheit darin, auf eine ganz besondere Weise durch und durch konsistent zu sein. Das Underworld Orchestra, welches HACKETT bereits für Metamorpheus im Jahre 2005 engagiert hatte, zeigt einmal mehr, wie sehr klassische Instrumente die Mannigfaltigkeit des Rock unterstützen und bereichern können. Es sieht so aus, als hätte STEVE HACKETT endlich das optimale künstlerische Umfeld gefunden, um seine rock-basierten Ideen in die Realität umzusetzen, da er einmal mehr mit Roger King, Robin Townsend, seinem Bruder John und anderen, die ebenfalls schon auf dem 2003er Output To Watch The Storms zu vernehmen waren, zusammengearbeitet hat. Es ist genau diese Kombination hochqualifizierter Musiker und Steve's Ambitionen, sich weiterzuentwickeln und niemals wieder und wieder gleich geartete Alben zu veröffentlichen, welche Wild Orchids zu einem sehr eigenständigen Album voller musikalischer Juwelen und Kleinode macht. die nicht allzu leicht zu finden sind, solange man sich das Werk nicht immer wieder anhört. Das hält das Album interessant und sorgt dafür, dass die CD nicht so schnell als Staubfänger im Regal endet. Da jeder Song in ganz besonderer Art und Weise ein kleines Meisterwerk ist, wäre es vielleicht ein wenig unpassend, einige Favoriten besonders hervorzuheben. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle besonders Down Street anführen, einen siebenminütigen Song, der die Hörerschaft auf eine sehr visuelle Reise durch die verlassenen U-Bahn Stationen Londons mitnimmt und meineserachtens die musikalische Klasse von STEVE HACKETT und seinen befreundeten Musikern sehr gut wiedergibt. Der Song fängt mit einer unheimlichen, rezitativen Erzählung an, leitet dann über zu einem Film Noir-artigen Soundtrack Part und endet mit einem wunderschönen Klavier-Outro. Traumhaft! Einige Leute sagen zu sowas “Kopfkino”, ich ziehe es vor, es einfach “genial” zu nennen. Andere Songs, die definitiv erwähnenswert sind, sind das schlicht und ergreifend traumhafte To A Close, der kraftvolle und modern anmutende A Dark Night In Toytown sowie das Bob Dylan Cover Man In The Long Black Coat, welches natürlich um Längen besser und auch emotionaler klingt als jede Version, die Dylan selbst jemals auf Vinyl gebannt hat. Also, worauf wartet ihr noch? Kauft das Album jetzt und versichert Euch, auf jeden Fall ein Exemplar der limitierten Auflage zu bekommen, die 17 statt der 13 Songs der Standardausgabe enthält. Wild Orchids ist einfach fantastisch!