BLACK
LOTUS setzen vor allem auf den Aufbau einer dichten Atmosphäre.
Die Musik spannt den Geschwindigkeitsbogen von getragen über
mittelmäßig rasant bis hin zu pfeilschnell –
dabei geben sich die unterschiedlichen Tempi reibungslos und
fließend die Klinke in die Hand. Genauso variabel wie
die musikalische Ausgestaltung zeigt sich auch der stimmliche
Vortrag von Jasper v.d. Veen, der heroische Gesänge genauso
im Repertoire hat wie recht aggressives Black Metal Gekreische
oder ein dunkles, voluminöses Timbre. Auch die Keyboards
spielen bei BLACK LOTUS eine zentrale Rolle, wobei das
Tasteninstrument hin und wieder die Melodie übernimmt,
aber sehr oft im Hintergrund flächig agiert. Trotzdem vermeiden
die Musiker in den Arrangements eine klebrige Überhandnahme
allzu penetranter Harmonien.
Ich kann mir vorstellen,
dass Hörer, die etwa die Theatralik älterer Vintersorg-,
Falkenbach oder Dimmu Borgir-Alben mögen, auch mit BLACK
LOTUS ein lohnendes Werk zu Gehör bekommen werden,
denn auch die erdige Produktion trägt ihren Teil zur
charmanten Nostalgiewirkung von Harvest Of Seasons
bei. Diese Veröffentlichung bietet eine gute Verschmelzung
von Melodie und Pathos auf der einen, sowie Aggressivität
und Kraft auf der anderen Seite. Teilweise muten die schnellen
Parts noch ein wenig unstrukturiert an und ein Überhammersong
fehlt der Band im Repertoire – doch diese Mängel
können ja in Zukunft noch ausgemerzt werden.
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