Eigentlich
müsste das Album Against All Odds heißen, oder zumindest
ein Song davon. Denn trotz aller Unkenrufe und persönlicher
wie geschäftlicher Widrigkeiten sind ANATHEMA immer
noch da und liefern mit We’re Here Because We’re
Here ihr nunmehr achtes und endlich wieder ein unglaublich
schönes Album ab.
ANATHEMA haben sich über die Jahre weiterentwickelt,
nicht drastisch, aber deutlich vernehmbar, und führen den
mit A Fine Day To Exit eingeschlagenen Weg konsequent
fort. Hatte ich bei A Natural Disaster noch das
Gefühl, dass sich ANATHEMA in einer Art Metamorphose
befinden, ist man bei We’re Here Because We’re
Here wohl nun endlich angekommen und legt ein durch
und durch harmonisches und schlüssiges Album vor. Keine
Spur mehr von innerer Suche und Zerrissenheit. ANATHEMA
haben sich auf dem Alternative/Independent Sektor emanzipiert
und können sich nun selbstbewusst zu neuen Höhen aufschwingen.
Jeder Song auf We’re Here Because We’re Here
entpuppt sich als emotionales Kleinod, mal etwas rockiger gehalten,
mal ausgesprochen ruhig. Hier einzelne Songs herauszuheben ist
unmöglich.
Was bleibt sind die für ANATHEMA so typischen Floydschen
Gitarrenlinien und die Melancholie. Dafür bekommt Lee Douglas
deutlich mehr Raum beim Gesang und unterstützt Vincent
Cavanagh bei fast jedem Song, was eine sehr schöne und
verträumte Melange beim Gesang ergibt. Außerdem fällt
auf, dass vermehrt auf Streicher und Piano Arrangements gesetzt
wird, was We’re Here Because We’re Here
zuweilen einen dezent symphonischen Charakter verleiht.
Ein fantastisches Album, das mit jedem erneuten Hören wächst!